Ruitelspitze

2580m

Wildebnerspitze

2295m

 

Gebirge: Lechtaler Alpen

Ausgangsort: Bach / Tirol

Wanderzeit: 8:45 Stunden

Wanderstrecke: 15,5km

 

Die Besteigung der 2580m hohen Ruitelspitze ermöglicht die Erstürmung von zwei Gipfeln. In unmittelbarer Nähe und auf dem Weg zur Ruitelspitze liegend, kann auch die 2295m hohe Wildebnerspitze bezwungen werden. Beide Gipfel befinden sich in den mittleren Lechtaler Alpen. Der Ausgangsort der Bergtour ist die Ortschaft Bach im Lechtal.
Die Ruitelspitze besteht aus zwei Bergspitzen. Bezüglich der Höhe sind beide Gipfel fast identisch. Die Traverse zum westlichen Kulminationspunkt ist schwierig und gefährlich, weshalb ich diese Unternehmung unterließ. Die Bergtour verlangt aufgrund der langen Wanderzeit und dem beträchtlichen Höhenunterschied von 1600m eine gute körperliche Verfassung. Einige Passagen im schotterigen Gipfelbereich erfordern etwas Orientierungsvermögen. Im Bereich der Latschenkiefern wachsen die Äste in den Trampelpfad und kratzen unangenehm an den Beinen. Durch einen Murenabgang ist der Steig unterbrochen (2025). An dieser Stelle müssen die Wanderer mit guter Trittsicherheit im sehr steilen Gelände einen Weg über die Schutthalde finden.
 

Ruitelspitze

Bild 1: die beiden Ruitelspitzen (2580m)
 

Bild 2: Straßenkarte

Open Street Map

GPS-Track

Bild 3: Wanderkarte

Die Wanderkarte können Sie bei KOMPASS erwerben.

 


Parkplatz / Startpunkt der Wanderung: 47°16'10"N  10°24'14"O
 

Die Bergwanderung beginnt in der tirolischen Ortschaft Bach im Lechtal. Im Süden von Bach können Besucher ihr Fahrzeug auf einem Parkplatz an der Straße "Oberbach" abstellen. Die Tour beginnt jedoch am östlichen Ortsrand von Bach. Dort verweist ein Schild zur Ruitelspitze. In Bach ist vom Tourenziel nichts zu sehen. Dafür wird aber im Norden eine herrliche Schau auf die Gipfel der Allgäuer Alpen angeboten.

 

Bild 4:
die Allgäuer Alpen

Solange sich die Wanderer in der nahen Umgebung von Bach und auf einem Hauptweg nach Osten bewegen, ist das Gelände relativ flach. Nach 500m verlässt man den Hauptweg, der parallel zur Lech angelegt ist, und folgt einer Forststraße nach Süden in einen Nadelwald. Das Terrain steigt nun an. Lücken im Baumbestand gestatten ab und zu einen freien Blick nach Norden und auf die Ortschaft Bach.

 

Bild 5:
die Ortschaft Bach

Nach 1,2km gelangen die Wanderer an einen schmalen Wasserfall, den der Ruitelbach im Laufe der Zeit gebildet hat. Eine Schlucht verhindert den direkten Zugang zum Katarakt. An dieser Stelle mit der Koordinate 47°16'13"N  10°24'59"O macht der Streckenverlauf einen abrupten Richtungswechsel von Westen nach Süden.

 

 

Bild 6:
ein namenloser Wasserfall

Ab dem Wasserfall folgte ich der Forststraße nach Süden. Eine Abzweigung von der Forststraße war mir zu steil, weshalb ich einen Umweg über die weniger steile Schotterpiste vorzog. Nach insgesamt 2km verließ ich die Forststraße. Mit einem spitzen Richtungswechsel nach Nordosten folgte ich einem Wanderweg. Bei Kilometerstand 2,6 wendete sich die Route wieder dem Süden zu. Der Wald lockert auf und die ersten Almwiesen werden überquert.

Bild 7: Hütten auf den Almwiesen
 

Bild 8: Almhütten mit unverbaubarer Aussicht
 

Die Route zur Ruitelspitze verläuft nicht geradlinig auf das Tagesziel zu. Die Strecke verläuft in kleinen und großen Bögen. Auf den Almwiesen ist der Trampelpfad manchmal kaum zu erkennen. Die Passagen über die Wiesen geben im Westen den Blick zu den Sonnenkogeln frei. Der 2204m hohe Vordere Sonnenkogel lässt sich nicht unbedingt einfach erwandern.


 

Bild 9:
der Vordere Sonnenkogel

Mit Erreichen der Höhenlinie von ungefähr 1900m geht der Baumbestand rapide zurück. Nun wird auch der Blick nach Süden zur Wildebnerspitze frei. Die Ruitelspitze erhebt sich dahinter. Die Wildebnerspitze wird nicht auf direktem Weg über deren sichtbare Nordseite erklommen. Der Berg wird umwandert. Auf den Wiesen können je nach Jahreszeit herrliche Blüten bewundert werden.

 

Bild 10:
die Wildebnerspitze 2295m

 

Bild 11: Alpen-Küchenschelle
 

Bild 12: Trollblume
 

Bild 13: der Ausblick ins Lechtal
 

Bild 14: die Wildebnerspitze (2295m)
 

Nach einer Wanderung von 4,5km erreichen die Tourengeher an der Position 47°15'31"N und 10°26'02"O eine kritische Passage. An dieser Stelle haben starke Regenfälle oder eine Lawine für eine Mure gesorgt. Der Steig ist weggerissen und die Wanderer müssen versuchen, das sehr steile Geröllfeld zu passieren. Diese Passage erfordert einen sicheren Tritt und man muss kanten wie auf Schnee. Wanderstöcke sind hier äußerst hilfreich.

 

Bild 15:
Querung einer Mure

 

Bild 16: eine Überlebenskünstlerin im Geröll
 

Die Wildebnerspitze wird an dessen West- und Südseite umwandert. Die Bäume wurden mittlerweile durch Latschenkiefern ersetzt. Die Streckenabschnitte durch das niedrige Gehölz ist nicht angenehm. Die Äste der Latschenkiefern ragen in den Trampelpfad hinein und kratzen unangenehm an den Beinen. Mit Wanderstöcken kann man die widerspenstigen Äste etwas zur Seite biegen.

Bild 17: an der westlichen Basis der Wildebnerspitze
 

 

Nach insgesamt 6km ist die Südseite der Wildebnerspitze umwandert und der Steig wendet sich einer nördlichen Richtung zu. In Gehrichtung ist nun der breite Berggrat zwischen Wildebnerspitze und Ruitelspitze zu sehen. Dort hinauf führt der weitere Weg. Der Streckenverlauf auf die Scharte ist relativ geradlinig.


 

Bild 18:
unterwegs zur Scharte

 

Bild 19: der Tiefblick unterhalb der Bergscharte
 

Bild 20: der Steig zur Scharte
 

Der Steig zur Bergscharte ist nicht immer deutlich zu sehen. Bergab haben zu viele Wanderer den Weg abgekürzt und dadurch den Trampelpfad oft unkenntlich gemacht. Bei Kilometerstand 6,3 erreichen die Bergwanderer die Scharte zwischen Wildebnerspitze und Ruitelspitze. In 2300m Höhe gibt es nun ein herrliches Panorama nach Norden zu den Allgäuer Alpen und zur Wildebnerspitze. Die 50m bis zur 2295m hohen Wildebnerspitze mit der Gipfelposition 47°15'29"N und 10°26'11"O sind schnell hinterlegt. Hier erhalten die Wanderer eine unverbaute Schau in die westlichen Lechtaler Alpen.

Bild 21: die Aufstiegstrecke zur Bergscharte
 

Bild 22: Wildebnerspitze, Lechtal und Allgäuer Alpen
 

Bild 23: die Schau auf der Wildebnerspitze
 

Nach der Besteigung der Wildebnerspitze wenden sich die Gipfelstürmer auf der Bergscharte dem Trampelpfad nach Westen zu. Der Aufstieg erfolgt über den Westgrat der Ruitelspitze. Dessen Nordseite ist steil abschüssig. Der Steig leitet aber mit sicherem Abstand zum Gratrand nach oben.

 


 

Bild 24:
die beiden Ruitelspitzen

 

Bilder 25 und 26: Szenen während des Aufstiegs
 

Mit zunehmender Höhe wird die Umgebung des Gipfelbereichs immer felsiger. Im schotterigen Bereich sind nur selten Farbmarkierungen vorhanden. Der steinige Untergrund benötigt ab und zu etwas Orientierungssinn. Die Wanderer müssen aufpassen, dass sie nicht zu nahe an die nordseitige Gratseite kommen.

 

 

Bild 27:
im Gipfelbereich

 

Bild 28: ein Blick zurück
 

Bild 29: die Schau in Steigrichtung
 

200m vor dem Kulminationspunkt wird das Gelände spürbar flacher und die beiden Gipfel der Ruitelspitze sind zu sehen. Die westliche und damit vordere Ruitelspitze ist das Ziel der Bergwanderung. Der finale Trampelpfad zur Ruitelspitze enthält keine bergtechnischen Schwierigkeiten. Weiterhin verläuft die Route mit sicherem Abstand zur nordseitigen Abrisskante.


 

Bild 30:
die beiden Ruitelspitzen

 

Bild 31: die letzten Meter zum Gipfel
 

Nach insgesamt 4¾ Stunden stand ich auf der westlichen Ruitelspitze. Auf der Position 47°15'20"N und 10°26'45"O ziert lediglich ein großer Steinhaufen den Scheitelpunkt der Ruitelspitze. Ein Gipfelkreuz befindet sich auf dem Brudergipfel im Osten. Daher gibt es auf der 2580m hohen Westgipfel auch kein Gipfelbuch. Es ist allerdings auch wenig Platz für ein Gipfelkreuz vorhanden.


 

Bild 32:
obligatorisches Gipfelfoto

 

Bild 33: die östliche Ruitelspitze
 

Beim Anblick der östlichen Ruitelspitze verzichtete ich auf die Traverse dorthin. Zu steil und zu brüchig kam mir die Kletterpartie zum Nebengipfel vor. Aber auch auf der Westspitze erhalten die Bergfreunde hervorragende Landschaftspanoramen. Es können schier unzählige Gipfel der Lechtaler und Allgäuer Alpen erfasst werden. In der Tiefe sind die Ortschaften Bach und Elbingenalp zu sehen.


 

Bild 34:
die Ortschaft Bach

 

Bild 35: der Ort Elbingenalp
 

Bild 36: die Lechtaler Alpen im Westen

Film 1: Gipfelpanorama im Westen
 

Bild 37: die Allgäuer Alpen im Norden
 

Film 2: Gipfelpanorama im Norden

Film 3: Gipfelpanorama im Osten
 

Der Rückweg nach Bach folgt zunächst der Aufstiegsroute. Im Geröll der Ruitelspitze muss bergab auf Rutschgefahr geachtet werden. Wer es noch nicht gemacht hat, kann auf dem Rückweg den kurzen Hatscher auf die Wildebnerspitze vornehmen. Die Stelle 47°15'31"N und 10°26'02"O mit der Mure muss wieder mit vorsichtigen Schritten überquert werden. Hier kommt erschwerend hinzu, dass auf der gegenüber liegenden Seite die Fortsetzung des Trampelpfads nicht zu sehen ist.

Bild 38: der Ort Bach
 

An der Koordinate 47°15'44"N und 10°25'21"O befindet sich die Basisstation einer Materialbahn. Hier beginnt eine alternative Route für den weiteren Rückweg. Diese Strecke führt nach Westen über die Jausenstation Wase. Auch auf diesem Wanderweg erhalten die Tourengeher schöne Tiefblicke auf Bach (siehe Bild oben). Durch die neue Streckenführung gelangt man auch näher zum Vorderen Sonnenkogel.

 

Bild 39:
der Vordere Sonnenkogel

 

Bild 40: ein Ausschnitt der westlichen Lechtaler Alpen
 

Die alternative Route erfolgt über eine Almstraße. Diese sorgt mit mäßigem Gefälle für ein bequemes Gehen, hat aber den Nachteil, dass sie in vielen weit ausholenden Kehren bergab führt. Mehrere Verzweigungen sind nicht ausgeschildert und benötigen eine Wanderkarte oder einen GPS-Navigator zur Streckenfindung. Nach insgesamt 12,9km erreichte ich die Jausenstation Wase an der Position 47°15'42"N und 10°24'50"O.

 

Bild 41:
die Jausenstation Wase

 

Bild 42: die Jausenstation Wase
 

Die Jausenstation Wase ist schön gelegen und lädt zur Rast ein. ein angelegter Tümpel erfreut die Herzen der Frösche. 600m nördlich der Jausenstation treffen die Wanderer an der Stelle 47°15'50"N und 10°24'52"O wieder auf die bekannte Aufstiegsroute. Dieser folgt man für die restlichen 2km hinunter nach Bach. Nach langen 8¾ Stunden endet die Bergtour wieder am abgestellten Wagen in Bach.


 

Bild 43:
ein Biotop für Frösche

 

Wer noch genügend Zeit zur Verfügung hat, kann nach der Bergtour die sehenswerte Parrkirche in Bach besichtigen. Das Gotteshaus befindet sich nahe der Lech. Sie ist "Unserer Lieben Frau Mariä Reinigung" gewidmet und hat eine hübsche Ausstattung mit schönen Wandmalereien.
 

Bilder 44 und 45: die Kirche "Unserer Lieben Frau Mariä Reinigung"
 

Die Kirche wurde 1668 als Kapelle zum ersten mal schriftlich erwähnt. Zwischen 1790 und 1792 wurde der heutige Bau errichtet. Der Turm entstand allerdings erst im Jahr 1807. Nach einem Erdbeben wurde das Gotteshaus 1865 ausgebessert. Der Hochaltar stammt aus dem Jahr 1792. Neben dem Hauptaltar gibt es noch zwei Nebenaltare.

 


 

Bild 46:
das Innere der Kirche

 

Bild 47: der Hochaltar mit den beiden Nebenaltaren
 

Bild 48: der Hochaltar mit Deckengemälde
 

Bild 49: ein Nebenaltar
 

Bild 50: die Empore mit Orgel
 

Bild 51: das zentrale Deckengemälde
 

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